Übersicht über die vergangenen Vorstellungen auf der Bregenzer Seebühne

2018/2017: Carmen von Georges Bizet

Die Oper spielt in Sevilla und handelt von der attraktiven und selbstbewussten Zigeunerin Carmen, die von vielen Männern umschwärmt wird. Carmen arbeitet in der Zigarrenfabrik und verdreht den Männern leicht den Kopf. Als sie dem Soldaten Don José eher aus Spott eine Blume zuwirft, interpretiert er diese Geste als tiefe Zuneigung zu ihm und verliebt sich Hals über Kopf in die schöne Carmen, die ihn auch noch geschickt um den Finger wickelt, um einer Verhaftung zu entkommen, woraufhin Don José selbst für einige Zeit in den Arrest muss.

Eines Tages taucht der berühmte Stierkämpfer Escamillo auf. Auch er macht Carmen Avancen, doch diese lehnt sie zunächst ab. Stattdessen wartet sie verliebt auf Don José, der von einer gemeinsamen Zukunft mit Carmen träumt. Allerdings fühlt sich Carmen von Josés blinder Liebe immer weiter eingeengt und ihrer Freiheit beraubt, die ihr sehr wichtig ist. Außerdem stellt sich heraus, dass Don José sehr schnell eifersüchtig wird, wenn ein anderer Mann Carmen begehrt oder sich diese anderen Männern zuwendet. Schließlich kommt es zu einem Kampf zwischen Don José und Escamillo. Carmen verhindert, dass Don José den Stierkämpfer tötet, der sie und ihre Freunde daraufhin zu einem Stierkampf einlädt.

Escamillo zieht am Stierkampftag mit Carmen an seiner Seite in die Arena ein, während sich Don José rasend vor Eifersucht in der Menge versteckt hält. Carmen und Don José treffen schließlich aufeinander. Er ist immer noch unsterblich in sie verliebt, Carmen kann seine Gefühle aber nicht mehr erwidern, da seine Eifersucht sie zu sehr in ihrer Freiheit eingeschränkt hat. Sie weigert sich mit ihm ein neues Leben anzufangen. Schließlich bezahlt Carmen ihre Freiheit mit dem Leben und wird von Don José erdolcht.

Für die imposante Kulisse diente eine bestimmte Szene aus der Oper, nämlich als sich Carmen die Karten lesen lässt und die Wahrsagerin ihr den Tod voraussagt. Empört über ihr Schicksal wirft Carmen die Karten von sich. Das war der Moment, in dem das Bühnenbild für die Bregenzer Seebühne geboren worden war.

2016/2015: Turnandot von Giacomo Puccini

Die chinesische Prinzessin Turandot will nicht heiraten. Daher stellt sie jedem Bewerber drei knifflige Rätsel und lässt alle ermorden, da keiner die drei Rätsel lösen kann. Eines Tages kommt der unbekannte Tatarenprinz Calaf und stellt sich der Herausforderung. Seine Sklavin Jiu versucht ihn davon abzubringen, da sie selbst heimlich in ihn verliebt ist, dieser stellt sich aber trotzdem den drei Rätseln. Als Calaf alle Rätsel lösen kann, ist Turnandot angesichts der bevorstehenden Heirat entsetzt. Der Calaf gibt ihr aber eine weitere Chance, der Heirat zu entkommen, indem sie seinen richtigen Namen bis zum nächsten Morgen herausfinden muss. Sie setzt alles daran und foltert sogar Calafs Sklavin, die sich aber lieber selber erdolcht als den Namen ihres Geliebten zu verraten. Als Calaf am nächsten Morgen seine tote Sklavin entdeckt, ist er zunächst entsetzt, aber anstatt sich an Turandot zu rächen, küsst er sie und auch Turandot steht zur Heirat.

Das Bühnenbild auf der Bregenzer Seebühne beinhaltet viele chinesische Symbole, wie zum Beispiel die drachenförmige Mauer, die der Chinesischen Mauer nachempfunden wurde und 72 Meter lang ist. Der höchste Punkt der Mauer misst stolze 27 Meter. Gesäumt wird die Mauer von insgesamt 200 Terracotta-Kriegern. Marco Arturo Marellis, der für diese imposante Kulisse verantwortlich war, ist ein wahres Meisterwerk gelungen.

2014/2013: Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart

Der Prinz Tamino erhält von der Königin der Nacht den Auftrag, ihre von Sarastro entführte Tochter Pamina zu befreien. Auf seiner Mission soll ihn Papageno begleiten. Kurz vor ihrem Aufbruch erhalten sie eine Zauberflöte und ein Glockenspiel. Auf dem Weg zu Sarastro erscheint Tamino ein Bildnis von Pamina, in das er sich auf der Stelle verliebt. Schließlich findet Papageno Pamina. Als er ihr von Taminos Liebe berichtet, fliehen sie zusammen, um Tamino zu treffen. Tamino findet zwischenzeitlich im Weisheitstempel heraus, dass Sarastro gar keine bösen Absichten hatte, als er Pamina entführt hat, sondern er Pamina vor der bösen Königin der Nacht beschützen wollte. Außerdem berichtet Sarastro, dass Tamino und Pamina füreinander bestimmt sind und es auch für Papageno eine Frau gibt. Zuvor müssten sie aber drei Prüfungen bestehen. Sie nehmen die Herausforderungen an, Papageno scheitert aber bereits bei der ersten Aufgabe und darf Tamino und Pamina nicht weiter folgen. Den beiden gelingt es mithilfe der Zauberflöte ihre beiden letzten Prüfungen zu meistern. Auch Papageno bekommt trotz der verpatzten ersten Prüfung seine Papagena durch das magische Glockenspiel. Der Königin der Nacht gefallen die aktuellen Entwicklungen gar nicht, somit versucht sie den Weisheitstempel zu überfallen, wird aber bei diesem Versuch in die Flucht geschlagen und vernichtet.

Für die Inszenierung der Zauberflöte auf der Seebühne in Bregenz wurde auf viele Anspielungen verzichtet, die in der Ursprungsversion eigentlich zu finden sind. Bewusst hat sich David Poutney von Verweisen auf die Freimaurerei oder den Geschlechterkampf distanziert. Als Kulisse dienten drei drachenartige Kreaturen als Wächter eines leuchtend grünen Hügels, eine Art Bunker und eine Brücke. Hier spielt sich das fast schon märchenhafte Geschehen ab, in das der Bodensee als Hauptkulisse wieder einmal wunderbar integriert wurde.

2012/2011: André Chénier von Umberto Giordano

Während sich 1789 in den Straßen Frankreichs bereits die Revolution abzeichnet, findet im Schloss bei der Gräfin ein Ball statt. Unter den Gästen ist auch der Dichter Chénier zu finden, der die Adeligen kritisiert, da sie sich nicht um das arme und elende Volk kümmern. Die Tochter der Gräfin, Maddalena, verliebt sich daraufhin in Chénier. Der Bedienstete Gérard teilt Chéniers Meinung und wird von der Gräfin entlassen. Einige Jahre ziehen ins Land und Gérard ist zwischenzeitlich zu einem der Revolutionsführer geworden. Er lässt die verarmte und um ihr Leben fürchtende Maddalena bespitzeln, da er sich vor langer Zeit in die Frau verliebt hat. Als sie sich mit einem Fremden trifft, geht Gérard dazwischen. Es kommt zum Kampf zwischen ihm und dem Unbekannten. Doch schließlich erkennt er in dem Fremden den einst so bewunderten Dichter Chénier. Er lässt ihn und Maddalena entkommen. Aber den beiden gelingt die Flucht nicht, Chénier wird verhaftet. Maddalena bittet Gérard um die Freilassung Chéniers und bietet ihm im Gegenzug eine Liebesnacht. Er lässt sich darauf ein, kann aber an Chéniers Schicksal nichts mehr ausrichten. Der Dichter wird vom Gericht zum Tode verurteilt. Durch Gérard gelangt Maddalena zu Chénier in den Kerker. Dort gestehen sie sich ihre ewige Liebe und werden gemeinsam zur Hinrichtung gebracht.

In den beiden Spielzeiten haben etwa 230.000 Zuschauer die Oper André Chénier von Umberto Giordano besucht. Die Seebühne bricht damit einen kleinen Rekord, denn noch niemals haben so viele Menschen die Oper in einem ähnlichen Zeitraum gesehen. Mit diesem großen Erfolg zeigte sich, dass auch weniger bekannte Opern einem großen Publikum zugänglich gemacht werden können. Als Vorlage für die riesige Kulisse diente dieses Mal ein bekanntes Gemälde, nämlich Der Tod des Marat von Jacques-Louis David. Das Gemälde zeigt einen Revolutionsführer, der in seiner Badewanne ermordet wurde. Der Bodensee bot dafür die perfekte Kulisse und wurde im Handumdrehen zu einer übergroßen Badewanne, aus der ein Frauenkörper emporragte.

2010/2009: Aida von Guiseppe Verdi

Verdis Oper spielt in der Zeit des Alten Ägypten. Die Hauptfigur ist Aida, eine nubische Prinzessin, die sich in Ägyptischer Gefangenschaft befindet und die Sklavin von Amneris, der Tochter des Pharaos, ist. Als die Ägypter von den Nubiern angegriffen werden, wird Radames als Feldherr bestimmt und zieht in die Schlacht. Radames ist Aidas Geliebter, doch auch Amneris hat ein Auge auf den Feldherrn geworfen und sieht in Aida eine Rivalin. Radames ist in der Schlacht gegen die Nubier siegreich und nimmt deren König, Amonasro, gefangen, was aber nur Aida weiß, da nur sie den König als ihren Vater erkennt. Aida befindet sich daraufhin in einem Zwiespalt zwischen ihrer Vaterliebe und ihrer Zuneigung zu Radames. Verzweifelt bittet sie ihren Geliebten, Geheimnisverrat zu begehen, was allerdings von Amneris beobachtet wird. Da so ein Hochverrat mit dem Tode bestraft wird, gibt sie Radames eine zweite Chance: Wenn er sie anstellte von Aida heiratet und Pharao wird, will sie die Angelegenheit vergessen. Radames lässt sich darauf aber nicht weiter ein, sondern geht würdevoll in den Tod. Für ihn heißt das, dass er lebendig begraben wird. Aida schleicht sich aus Liebe zu ihm in sein Grab und die beiden sterben gemeinsam.

2009 und 2010 wurde erstmals Verdis Oper Aida auf der Bregenzer Seebühne präsentiert – mit riesigem Erfolg. Diese Darbietung ist die bis jetzt erfolgreichste Oper, die jemals auf der Seebühne gespielt wurde. Der Handlungsort, das alte Ägypten, legt eine Kulisse aus Sand und Pyramiden nahe, doch Graham Vick hat sich für eine moderne, bunte und schillernde Inszenierung entschieden, was sich auch im Bühnenbild widerspiegelte. Ägyptische Elemente wie Pharao-Masken und goldene Elefanten, waren zwar auch zu finden, aber das Bild wurde von einer überdimensionalen Freiheitsstatue mit blauen Füßen dominiert.

2008/2007: Tosca von Giacomo Puccini

Mit der Oper Tosca von Puccini zeigte die Bregenzer Seebühne eine der dramatischsten und düstersten Opern überhaupt. Im Mittelpunkt der Handlung steht Tosca, eine berühmte Opernsängerin, die von zwei Männern begehrt wird: Mario, ein Maler, und Scarpia, der Polizeichef. Tosca hat ihr Herz allerdings Mario geschenkt. Als Angelotti, Marios Freund, aus dem Gefängnis ausbricht und sich bei Mario in der Kirche versteckt und die beiden gemeinsam seine Flucht planen, spitzt sich die Situation gefährlich zu. Der Ausbruch wird bemerkt, Angelotti kann sich ein weiteres Mal verstecken, aber Tosca und Mario werden vom Polizeichef gefangen genommen. Als Tosca hört, wie ihr Geliebter gefoltert wird, verrät sie Angelottis Versteck, der daraufhin Selbstmord begeht. Scarpia verurteilt Mario dennoch zum Tode. Er verspricht Tosca aber, dass Mario nur zur Schau hingerichtet wird, wenn sie eine Nacht mit ihm verbringt. Tosca willigt ein. Sie erdolcht Scarpia allerdings, als er ihr zu nahekommt. An Marios Hinrichtungstag muss sie erkennen, dass sie auf Scarpia hereingefallen ist und Mario tatsächlich erschossen wurde. Tosca sieht keinen anderen Ausweg mehr für sich und stürzt sich vom Dach der Burg in die Tiefe.

Für die Inszenierung der Tosca auf der Seebühne in Bregenz diente ein riesengroßes bewegliches Auge als Bühnenbild, das sich wie ein roter Faden durch die Oper zieht. Es ist von blauen Augen die Rede, die zu unbegründeter Eifersucht führen, aber auch von schwarzen Augen. Und unterschwellig verkündet das übergroße leuchtende Auge, dass die Oper in einem Überwachsungssaat spielt und man fast nicht unbeobachtet und unbemerkt sein kann.

2006/2005: Der Troubadour von Guiseppe Verdi

Verdis dramatische Oper Der Troubadour stellt eines seiner Meisterstücke dar, das von Rache, politischen Konflikten, Unterdrückung und natürlich der Liebe handelt. Im Zentrum der Handlung stehen vier Hauptpersonen: Der Graf Luna, die Zigeunerin Azucena, ihr Ziehsohn Manrico und die schöne Leonora. Im weiteren Verlauf der Oper wird deutlich, dass Graf Luna und der vermeintliche Zigeunersohn Manrico Brüder sind, die aber in ihrer frühesten Kindheit getrennt wurden und von einander denken, dass der jeweils andere tot ist. Graf Luna und Manrico stehen als Herrscher und Unterdrückter nicht nur einem politischen Konflikt gegenüber, sondern sie haben sich auch noch in dieselbe Frau verliebt. Leonora fühlt sich aber trotz des Standesunterschiedes zu Manrico hingezogen, der wegen seines schönen Gesangs auch der Troubadour genannt wird. Aufgrund dessen kommt es zu mehreren Duellen zwischen Manrico und Luna. Als Manrico als Sieger aus einem dieser Duelle hervorgeht, wird er zum Heerführer der rebellischen Zigeuner und bekommt den Auftrag eine Burg zu verteidigen. Manrico nimmt seine Geliebte Leonora mit dorthin. Graf Luna schafft es, Manricos Ziehmutter gefangen zu nehmen, woraufhin sich Manrico ergibt und im Kerker landet. Graf Luna unterbreitet Leonora ein Angebot. Wenn sie seine Frau wird, soll Manrico am Leben bleiben. Leonora willigt ein und darf zu Manrico in den Kerker. Schon bald erkennt dieser, dass Leonora Gift geschluckt hat, die wenige Minuten später in seinen Armen stirbt. Als Graf Luna vom Tod Leonoras erfährt, lässt er Manrico vor den Augen seiner Ziehmutter hinrichten. Diese ruft entsetzt, bevor sie zusammenbricht, dass es sich bei Manrico um Lunas leiblichen Bruder handelt.

In den beiden Spieljahren sahen rund 300.000 die von Robert Carsen und Paul Steinberg inszenierte Oper auf der Seebühne in Bregenz. Beeindruckend war nicht nur das Bühnenbild, sondern auch die Darbietung der vielschichtigen Handlung und die Performance der Darsteller.

2004/2003: West Side Story von Leonard Bernstein

Westside Story ist ein verhältnismäßig junges Stück, das 1957 am Broadway in New York uraufgeführt wurde. Geschrieben wurde es von Leonard Bernstein, der mit der Westside Story sein beliebtestes Stück schuf. In der New Yorker Westside wollen zwei verfeindete Gruppen die Vorherrschaft über das Viertel für sich gewinnen. Immer wieder kommt es zu Streitigkeiten und Kämpfen zwischen den US-Amerikanern, den Jets, und den Puerto-ricanern, den Sharks. Doch in Mitten des Bandenkrieges erwacht eine zarte Pflanze der Liebe. Tony, der früher selbst einmal Anführer der Jets war, und Maria, die zusammen mit ihrem Bruder Bernardo auf der Seite der Sharks steht, verlieben sich ineinander. Trotzdem spitzen sich die Konflikte der beiden Gruppen immer weiter zu, bis es zu einem folgenschweren Kampf kommt: Tony tötet Marias Bruder. Die kann ihm zwar aus Liebe verzeihen, aber die Sharks wollen Rache. Noch bevor Tony mit Maria aus New York fliehen kann, wird Tony von den Sharks erschossen und stirbt in den Armen seiner Geliebten. Die beiden Banden verstehen schließlich, dass sich ihr gegenseitiger Hass nicht lohnt, dass Menschen sogar dafür sterben müssen. Gemeinsam tragen die Jets und die Sharks Tonys Leiche davon.

Das Besondere an der Westside Story ist, dass die Handlung nicht nur über den Gesang sondern auch über Dialoge und Tanzeinlagen vermittelt wird. Bernstein hat ein abwechslungsreiches Stück geschaffen, das mit spektakulären Tanzeinlagen gut unterhält, aber auch deutlich zeigt, wohin Hass und Gewalt führen können. Vor diesem Hintergrund ist die Westside Story prädestiniert, um auf der Bregenzer Seebühne dargeboten zu werden. Dabei handelte es sich um eine der erfolgreichsten Darbietungen auf der Seebühne, denn es konnten rekordverdächtige Besucherzahlen verzeichnet werden.

2002/2001: La Bohéme von Giacomo Puccini

La Bohéme ist eine Oper von Puccini, die in Paris um das Jahr 1830 spielt und die Geschichte von Freunden, die der Bohéme angehören, erzählt. Zur sogenannten Bohéme gehören Künstler wie Musiker, Dichter und Schriftsteller, die frei von bürgerlichen Idealvorstellungen meistens in Armut leben. Zu Beginn der Oper sitzen die vier Freunde Rodolfo, Marcello, Colline und Schaunard in einer Dachgeschosswohnung zusammen. Sie beschließen den restlichen Abend in ihrem Stammcafé zu verbringen. Rudolfo bleibt zurück, um noch etwas zu arbeiten, doch daran wird er von seiner Nachbarin Mimì gehindert, die ihn um Feuer für ihre Kerze bittet und ihren Wohnungsschlüssel verliert. Bei der gemeinsamen Suche kommen sich die beiden näher und verlieben sich ineinander. Rodolfo und Mimì gehen zu ihren Freunden ins Café. Dort hat sich in der Zwischenzeit ein weiteres Liebespaar wieder zusammengefunden, nämlich Marcello und seine frühere Geliebte Musetta.

Einige Wochen vergehen, in denen die beiden Liebespaare Höhen und Tiefen durchleben. Besonders schlimm hat es Mimì und Rodolfo getroffen, da sich Rodolfo von Mimì getrennt hat, was diese aber gar nicht verstehen kann. Unglücklich klagt sie Marcello ihr Leid, doch als Rodolfo überraschend die Unterhaltung stört und sich Mimì im letzten Moment noch vor ihm verstecken kann, erfährt sie die wahren Beweggründe Rodolfos: Er hat sie verlassen, damit die schwerkranke Mimì einen reichen Mann findet, der für die Medikamente und Behandlung ihrer Krankheit aufkommen kann. Obwohl sie sich immer noch lieben, trennen sie sich. Gleichzeitig trennen sich auch Marcello und Musetta, die sich immer wieder wegen seiner Eifersüchteleien streiten.

Einige Monate später sitzen Rodolofo und Marcello wieder in der Dachgeschosswohnung und klagen sich gegenseitig ihr Leid, dass sie ihre beiden Frauen immer noch lieben und jeden Tag an sie denken müssen, von denen sie aber schon länger nichts mehr gehört haben. Da stoßen Colline und Schaunard dazu und bringen ein wenig zu essen mit. Die Laune der Freunde wird wieder etwas gebessert. Doch plötzlich stürzt Musetta herein und hat ihre todkranke Freundin Mimì dabei, die unbedingt noch einmal ihren Geliebten Rodolfo sehen möchte. Um ihrer Freundin zumindest noch ein wenig helfen zu können, verkaufen die Freunde für sie wichtige Habseligkeiten. Doch die Hilfe kommt zu spät. Mimì stirbt im Kreis ihrer Freunde.

Auf der Seebühne führten Richard Jones und Antony McDonald Regie bei der Oper La Bohéme. Als Bühnenbild dienten riesengroße Tische und Stühle, die mal zum Pariser Café werden oder zur Mansardenwohnung. Mit dieser Inszenierung ist den beiden Regisseuren ein fulminantes Werk gelungen, in dem das Leben, die Gefühle, Hoffnungen und Sehnsüchte der Pariser Künstler und ihre Schicksale überzeugend dargeboten wurden.